Ausgabe: 4/2006
Schwerpunktthema: Vergütung
Inhaltsverzeichnis:
1. Variable Gehaltsbestandteile auch bei Mittelständlern im Trend 2. Entwicklung der Geschäftsführer-Gehälter 3. Ingenieurgehälter in China 4. Immer mehr Stellenangebote für Ingenieure 5. Wie man die Besten erreicht
1. Variable Gehaltsbestandteile auch bei Mittelständlern im Trend
Erfolgsabhängige Vergütungskomponenten sind nicht längst nicht mehr nur bei Vertriebsmitarbeitern und Führungskräften gängige Praxis. In Deutschland haben nach einer Umfrage der Jobbörse Stepstone bereits 48% der Beschäftigten einen variablen Anteil im Jahresgehalt. Bei 20% der Befragten macht dieser bis zu 10% der Gesamtvergütung aus. Inzwischen erkennen auch immer mehr Mittelständler, dass sie die Motivation ihrer Mitarbeiter durch flexible Vergütungssysteme direkt beeinflussen können. Dabei treten an die Stelle von Leistungsprämien, bei denen ein „Nasenfaktor" nicht auszuschließen ist, messbare Ziele, die im Gespräch mit dem Vorgesetzten vereinbart werden. Laut der Unternehmensberatung Towers Perrin favorisieren 3 von 4 Unternehmen sogenannte additive Vergütungssysteme, die eine Kombination von individuellen Vorgaben, Team- und Unternehmenszielen beinhalten. Ist der individuelle Anteil hoch gewichtet, erhält der Mitarbeiter auch dann einen Bonus, wenn der Unternehmenserfolg ausbleibt. 15% der Unternehmen setzen dagegen auf sogenannte multiplikative Systeme, bei denen individuelle Ziele und Unternehmensergebnisse eng miteinander verknüpft sind. Hat das Unternehmen nichts verdient, gibt es bei dieser Variante auch nichts zu verteilen. Effiziente Vergütungsmodelle orientieren sich primär an Ertragskennzahlen wie dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen, dem operativen Ergebnis oder dem Cashflow. Entscheidend für die Akzeptanz solcher Systeme sind jedoch Transparenz und offene Kommunikation. Und damit sind wiederum die Führungsfähigkeiten der Vorgesetzten gefragt. zum Inhaltsverzeichnis
2. Entwicklung der Geschäftsführer-Gehälter
Vom 1. Mai 2005 bis zum 1. Mai 2006 stiegen die Grundgehälter der Geschäftsführer in kleinen GmbHs insgesamt um 2,6%. Im Vergleich zum Vorjahr (+ 4,9%) sind die Grundgehälter somit deutlich langsamer angestiegen. Dennoch indizieren die Autoren der Kienbaum-Gehaltsstudie eine gute wirtschaftliche Gesamtlage der kleinen und mittleren Unternehmen. Die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge von Geschäftsführern ist außerordentlich hoch. Die Unternehmensgröße, gemessen an Umsatz, Beschäftigtenzahl oder Bilanzsumme, hat nach wie vor den stärksten Einfluss auf die Höhe des Gehalts. In kleineren GmbHs verdient das mittlere Drittel der Geschäftsführer zwischen 110 T€ und 155 T€. In größeren GmbHs verdient ein Drittel der Geschäftsführer bis etwa 170 T€, ein weiteres Drittel kommt auf bis zu 260 T€ und das letzte Drittel liegt darüber. 10% überschreiten die Schwelle von 500 T€. Die betriebliche Altersversorgung ist für Geschäftsführer die wichtigste (und für die Unternehmen die teuerste) Zusatzleistung. 69% der kleinen GmbHs und 81% der mittelgroßen GmbHs gewähren ihren Geschäftsführern diese Absicherung. Dabei erreichen die Pensionszusagen in kleinen Firmen 57% und in mittleren Unternehmen 46% des letzten Grundgehalts, jeweils ohne Anrechnung der gesetzlichen Rente. zum Inhaltsverzeichnis
3. Ingenieurgehälter in China
Der VDI-Verlag hat mehr als 20.000 Gehälter technischer Fach- und Führungskräfte aus 218 chinesischen Unternehmen analysiert. Aufgeschlüsselt nach den Bereichen Auto, Hightech, Chemie und Engineering. Die Studie ist für 49 EUR beim Verlag zu beziehen. Ergänzend dazu der Medienführer China: Das Handbuch des VDI-Verlages für 198 EUR soll die Ansprache von Entscheidern und den Aufbau zielgruppenspezifischer Presseverteiler und Medienbeziehungen in China erleichtern. zum Inhaltsverzeichnis
4. Immer mehr Stellenangebote für Ingenieure
Auch die Adecco-Anzeigenauswertung der 40 größten Tageszeitungen bestätigt: Ingenieure werden zur Mangelware. Von Januar bis August 2006 wurden 38% mehr Jobangebote für Ingenieure veröffentlicht als im Vorjahresvergleich. Die höchsten Angebotszuwächse betreffen die Fachrichtung Informatik (+ 150%). Anteilsmäßig stehen allerdings Maschinenbauer mit mehr als einem Drittel aller Angebote an der Spitze. Zwei Drittel aller Inserate stammen aus dem Industriesektor, wobei der Maschinenbau vor Automotive und der Elektrotechnik die meisten Offerten bereithält. Im Dienstleistungsbereich stehen mittlerweile die Zeitarbeitsunternehmen nach den Konstruktionsbüros auf Platz 2. Gesucht werden Ingenieure in erster Linie für die Fertigung und Produktionsleitung (40% der Angebote), gefolgt von Konstruktion und Bauplanung (18%) sowie Vertrieb und Marketing (16%). Am Gesamtstellenmarkt für Akademiker dominieren Ingenieure mit 38% Anteil unangefochten vor Wirtschaftswissenschaftlern (21%). zum Inhaltsverzeichnis
5. Wie man die Besten erreicht
Vor dem Hintergrund der Entwicklung auf dem Stellenmarkt für hochqualifizierte Fachkräfte lässt sich konstatieren, dass der „War for Talents" wieder entbrannt ist. Der glückliche Umstand, „aus dem vollen schöpfen" zu können, ist zu Ende. Gerade mittelständischen Unternehmen stellt sich die Frage, was sie tun können, um im Wettbewerb mit den „Großen" einer Branche als gefragte Arbeitgeber zu gelten. Jack und Suzy Welch haben in der Wirtschaftswoche vom 11.9.2007 eine lesenswerte Checkliste aufgestellt, die folgende Kennzeichen begehrter Unternehmen enthält: Investieren Sie in lebenslanges Lernen: Schaffen Sie die Voraussetzungen für die persönliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter. Machen Sie Gehalt und Beförderung von Leistung abhängig: Transparente Bewertungssysteme lassen jeden jederzeit wissen, wo er steht. Menschen mit Verstand, Selbstbewusstsein und Wettbewerbsgeist fühlen sich von einem solchen Umfeld immer angezogen. Ermutigen Sie risikobereite Mitarbeiter: „Exekutieren" Sie niemanden, der etwas Neues versucht und dabei scheitert. Auch die Kultur der Risikobereitschaft zieht kreative Personen an, die ein Unternehmen in einem globalen Markt braucht, in dem Innovation die beste Verteidigung gegen einen unerbittlichen Preiskampf darstellt. Legen Sie bei Einstellungen strenge Maßstäbe an: Führen Sie intensive Bewerbungsgespräche und wenden Sie anspruchsvolle Kriterien hinsichtlich Intelligenz und Berufserfahrung an. Die Anstrengung lohnt sich, denn gute Leute ziehen noch mehr gute Leute an. Das Fazit der Autoren: Das Beste daran, ein begehrter Arbeitgeber zu sein, ist, dass man auf diese Weise hervorragende Mitarbeiter erhält. Erst so wird das Ganze zum Selbstläufer. Das beste Team zieht das beste Team an, und Erfolg führt zu noch mehr Erfolg. Optimieren Sie Ihr Personalmarketing, indem Sie sich durch esserpersonalkonzept die „right potentials" an den Tisch bringen lassen. zum Inhaltsverzeichnis
|