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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Fachkräftemangel steht nicht bevor, sondern er ist für sehr viele Unternehmen bereits bittere Realität. Wachstumschancen können nicht genutzt werden, weil die personellen Kapazitäten fehlen. Aktuelle Zahlen belegen neue Höchststände.

Verschärft wird die Situation für den Mittelstand durch veränderte Erwartungen der Absolventen. Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Selbstverwirklichung stehen hoch im Kurs. Wie geht man als kleines oder mittelgroßes Unternehmen damit um? Welche Chancen hat man noch im Kampf um die zukünftigen Leistungsträger?

Dabei können gerade gelebte Grundsätze und Werte, Glaubwürdigkeit, Kontinuität und emotionale Bindung attraktiv für potenzielle Mitarbeiter sein. Denn sie rücken die Frage in den Fokus: „Wofür arbeite ich eigentlich?“ In Zeiten globaler Vernetzung und weltweiter Krisen hat die Frage nach dem Sinn der Arbeit durchaus Relevanz, wie Sie im folgenden Beitrag lesen können:

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1. Relevanz und Substanz, statt großer Namen: Was inhabergeführte Mittelständler im "War for Talents" zu bieten haben

Bereits vor der globalen Wirtschaftskrise konnten wir beobachten, wie zunehmende Dynamik, wie Veränderung als Dauerzustand im privaten wie beruflichen Umfeld das Bedürfnis nach Kontinuität und letztendlich nach Sicherheit schafft. Mittelständische Unternehmen signalisieren genau das. Wer möchte nicht gerne für ein Unternehmen arbeiten, das schon manche Herausforderung gemeistert hat und immer noch erfolgreich ist? Und das flexibel genug ist, um sich neuen, veränderten Anforderungen anzupassen.

Es ist mehr gefordert als Name, Logo und kreative Werbung. Relevanz und Substanz sind gefragt. Relevant ist ein Unternehmen, wenn es seine Zielgruppen genau kennt. Substanz besitzt es, wenn es sein Leistungsversprechen auch einlöst, durch seine Produkte, seinen Service, das Verhalten seiner Mitarbeiter und seine Kommunikation mit dem Kunden.

Ein Unternehmen, das zukunftsorientiert geführt wird, bietet seinen Mitarbeitern sehr viel: die anspruchsvolle Arbeit für ein gemeinsames Ziel, der respektvolle Umgang miteinander, die Identifikation mit den Werten und der Stolz auf „ihr“ Unternehmen. 

  • Dieser Beitrag übernimmt einige Thesen aus dem Artikel „Zwischen Historie und Aufbruch“ von Alexander Rauch in der Sonderveröffentlichung „Traditionsunternehmen“ in der FAZ vom 29./30.01.2011.

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2. Fachkräftemangel auf Rekordniveau: 87.400 offene Ingenieurstellen

Der VDI-Ingenieurmonitor zeit, dass im März 2011 die Zahl der offenen Stellen auf 87.400 gestiegen ist. Die Anzahl arbeitsloser Ingenieure ist dagegen auf 22.600 gesunken.

Allein im ersten Quartal 2011 wuchs die bundesweite Ingenieurlücke um knapp 15.700 Menschen. Das ist die größte Steigerung innerhalb eines Quartals seit Beginn der Berechnungen im August 2000. Diese Entwicklung lässt vermuten, dass die deutsche Industrie schon bald mit einem absoluten Höchststand an fehlenden Ingenieuren zu kämpfen hat, warnt der VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs.

Der Mangel trifft vor allem Unternehmen der Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie. Hier fehlten alleine 27.400 Ingenieure. Betroffen sind auch die Elektroingenieure mit 15.700 sowie die Bauingenieure mit 8.200 unbesetzten Stellen.

Regional betrachtet ist die Lücke in Baden-Württemberg am größten; hier konnten 17.800 Stellen nicht besetzt werden. In Bayern und Nordrhein-Westfalen fehlen jeweils 11.800 Ingenieure.

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3. Karriereperspektiven und Work-Life-Balance: Was Absolventen erwarten

Berufseinsteiger legen bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers besonderen Wert auf Karriereperspektiven: Für 70% sind persönliche Entwicklungsmöglichkeiten ein entscheidendes Kriterium. Eine attraktive Vergütung folg mit 49% erst an vierter Position unter den Auswahlfaktoren für den Wunscharbeitgeber. 2008 war das Gehalt noch für fast 80% der Absolventen maßgebend. Zu diesen Ergebnissen kommt die Absolventenstudie 2010/2011 der Franz Haniel & Cie. GmbH.

60% der Berufseinsteiger legen Wert auf eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und für 57% spielt die Balance zwischen Beruf und Freizeit eine wichtige Rolle.

Damit einher geht, dass für die Absolventen soziale Kontakte eine bedeutende Rolle spielen: Drei Viertel der Befragten sehen Familie und Freunde als zentralen Bestandteil ihres Lebens an. Die Hälfte von ihnen nennt Erfolg, Karriere und Gesundheit als zentrale Werte, dicht gefolgt von Selbstverwirklichung mit 47%.

Nur 5% stuft dagegen Genuss und Konsum als wichtig ein, Reichtum sogar nur 2%.

Die Absolventen informieren sich hinsichtlich interessanter Arbeitgeber in erster Linie über das Internet: 95% sehen sich die Website des Unternehmens an. Jeder Zweite spricht bei der Recherche nach Firmen mit Freunden und Bekannten, die dort bereits arbeiten. Auch Online-Börsen stehen hoch im Kurs. Fast jeder Dritte nutzt Hochschul-Bewerbermessen und Internet-Suchmaschinen, um sich einen Eindruck von möglichen Arbeitgebern zu verschaffen.

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4. Arbeitsrecht: Job-Befristung erleichtert

Arbeitnehmer dürfen künftig auch dann auf 2 Jahre befristet eingestellt werden, wenn sie zuvor schon einmal beim Arbeitgeber angestellt waren und das frühere Arbeitsverhältnis mehr als 3 Jahre zurückliegt, urteilte das BAG.

Bisher war die sogenannte sachgrundlose Befristung eines Arbeitsvertrages beim gleichen Arbeitgeber ausgeschlossen. Die Klarstellung des BAG wird als erhebliche Erleichterung für Arbeitgeber bewertet.

BAG AZ: 7 AZR 716/09

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5. Ausblick: Arbeitgeber-Bewertungsportale

In unserem nächsten Newsletter berichten wir über Internet-Plattformen, auf denen Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern bewertet werden können.

Welche Bedeutung hat dieses Instrument für Mittelständler:

  • Ein Tummelplatz für Frustrierte?
  • Eine Gefahr im Wettbewerb um Fachkräfte?
  • Oder eine Chance, um auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen?

Wir informieren über die einzelnen Plattformen, wägen die Risiken und Chancen ab und geben Tipps zum aktiven Umgang mit diesen Online-Tools.

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